Rente mit 69

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stadtpflanze
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Rente mit 69

Ungelesener Beitrag von stadtpflanze » Mi 13. Mär 2013, 18:11

Quelle: Rheinpfalz
Arbeiten bis ins hohe Alter
Alles läuft auf die Rente mit 69 hinaus
zuletzt aktualisiert: 11.03.2013 - 15:13

Schon die Rente mit 67 löste in Deutschland einen Sturm der Entrüstung aus.
Dennoch fordern Wissenschaftler immer wieder aufs Neue: Die Deutschen müssen noch länger arbeiten.
Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt auf, wie tief Deutschland in der Demografie-Falle steckt.


Das Dilemma ist im Grunde ganz einfacher Natur und alles andere als neu: Die Deutschen werden immer älter, gleichzeitig brechen die jüngeren Jahrgänge ein. Die Folge ist ein Automatismus: Die arbeitenden Menschen müssen immer mehr in die Rentenkasse einzahlen - und bekommen immer weniger heraus. So bilanziert die Studie der Bertelsmannstiftung mit dem sperrigen Titel "Alterssicherung, Arbeitsmarktdynamik und neue Reformen: Wie das Rentensystem stabilisiert werden kann".

Dieser Konflikt verschärft sich aus Sicht zweier Forscher der Bertelsmann-Stiftung in absehbarer Zeit akut: Ab dem Jahr 2015 verschärft sich der Problemdruck gewaltig, weil die Babyboomer-Jahrgänge von 1955 bis 1970 in den Ruhestand gehen. Der Anteil der über 65-Jährigen an der Bevölkerung werde sich von heute 30 Prozent bis zum Jahr 2060 auf 63 Prozent verdoppeln.

Demografie ist nicht mehr wegzuboomen

Die Folge, die die Deutschen teuer zu stehen kommen wird: Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, wird das Niveau der Renten in Deutschland sinken und der Beitragssatz steigen müssen, sagen die Wissenschaftler voraus. Der Beitragssatz müsste folglich von heute knapp 19 Prozent auf 27,2 Prozent steigen, um 2060 ein Rentenniveau von 41,2 Prozent zu erreichen (derzeit rund 50 Prozent).

Für ihre Szenarien haben sie sich einer Simulationsrechnung bedient, die angeblich auch zahlreiche Unwägbarkeiten mit berücksichtigt. Eine der zentralen Aussagen der Studie lautet nun: Der Einfluss der demographischen Entwicklung auf die Entwicklung des Rentensystems ist so stark, dass andere Variablen wie Konjunktur, Arbeitsmarkt oder Lebenserwartung nur geringe Auswirkungen haben.

Im Klartext: Selbst wenn Deutschland sich im Dauerboom befindet, wird der Rentenbeitrag steigen und das Rentenniveau gleichzeitig sinken müssen. Die bisherigen Rentenreformen reichten selbst bei höherer Arbeitsproduktivität durch technischen Fortschritt nicht aus, um das Rentensystem zu stabilisieren, heißt es in der Studie.

Drei Lösungsansätze

Wie diesem Zukunftsproblem beizukommen ist, versuchen die Wissenschaftler zumindest in Ansätzen aufzuzeigen. "Angesichts der Stärke der Effekte des demographischen
Wandels kann dies letztlich nur durch ein ganzes Bündel an Maßnahmen gelingen", heißt es, bevor in wissenschaftlicher Sprache der ein oder andere gesellschaftliche Umbruch angemahnt wird.

"Wenn die gesetzliche Rentenversicherung trotz der älter werdenden und schrumpfenden Bevölkerung finanzierbar und leistungsfähig bleiben soll, wird das sicherlich nicht ohne steigende Beiträge gehen", sagte Eric Thode, Projektleiter der Stiftung. "Wir haben es aber in der Hand, woher die Beiträge kommen."

Bürgerversicherung Beste Basis für sichere Renten wäre der Studie zufolge eine Bürgerversicherung, also die Einführung einer Versicherungspflicht auch für Beamte und Selbstständige. Würden auch diese Berufsgruppen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, könnten das Sinken des Rentenniveaus und der gleichzeitige Anstieg des Beitragssatzes zumindest abgefangen werden. 2060 würde den Berechnungen zufolge dann ein Beitragssatz von 24,7 Prozent für ein 50,8-prozentiges Rentenniveau reichen.

Mehr Frauen in den Arbeitsmarkt Je mehr Menschen arbeiten, umso mehr Schultern tragen die Belastungen durch die Rente. Darum sollen nach Ansicht der Forscher verstärkt Frauen in den Arbeitsmarkt einbezogen werden. "Sowohl die Rentenniveausenkung als auch der Beitragssatzanstieg werden dadurch spürbar gedämpft", schreiben die Autoren.

Erforderlich seien dafür ausreichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten, insbesondere für unter 3-jährige Kinder, sowie Ganztagsplätze in Kindergärten und Schulen. Der aktuelle Ausbau von Einrichtungen dieser Art gehe somit in die richtige Richtung. Bemühungen um die Qualität solcher Betreuungs- und Bildungseinrichtungen dürften darüber aber nicht vernachlässigt werden.

Länger arbeiten Die gleiche Logik greift auch mit Blick auf die Lebensarbeitszeit. Diese soll insgesamt erhöht werden, auch durch den Gesetzgeber. Würde das gesetzliche Renteneintrittsalter auf 69 Jahre erhöht, könnte 2060 immerhin ein Rentenniveau von 42,3 Prozent bei einem Beitragssatz von 26,2 Prozent gewährleistet werden.

Zusätzliche Wirkung verspricht sich die Studie von höheren Abschlägen bei einem vorzeitigen Renteneintritt. Diese seien derzeit zu niedrig, um einen spürbaren Effekt zu erzielen. Bislang müssen demnach andere Versicherte den vorzeitigen Ruhestand finanzieren.

Mehr Bildung Nur wenig, aber immerhin ein bisschen Besserung versprechen sich die Wissenschaftler von einer Qualifikationsoffensive. Mehr Abschlüsse, vor allem Hochschulabschlüsse könnten dazu beitragen, die Folgen des demografischen Wandels zu bewältigen. Die Auswirkungen zeigten sich dabei allerdings eher in höheren Löhnen und stärkerem Wachstum. Der Effekt auf das Rentensystem: überschaubar.

Dass sich ihre Forderungen nicht 1:1. umsetzen lassen, ist den Forschern vollauf bewusst. Schließlich gehe es um neue gesellschaftliche Rollenbilder, etwa im Hinblick auf eine ebenbürtige Behandlung von Frauen oder altersgerechte Arbeitsplätze. Dennoch sind sich die Autoren in einer Sache sicher: Ihre Überlegungen zur Zukunft des Rentensystems sollten ins Programm jeder kommenden Regierung gehören.

Quelle: lnw/pst/das
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Nette Grüße von der Stadtpflanze
Aufgeben??
Bild ... ich doch nicht
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Re: Rente mit 69

Ungelesener Beitrag von nowe3 » Mi 8. Mai 2013, 07:23

Ich bezweifle immer mehr, dass es in Naher Zukunft für die "normale" Arbeiterschaft eine Altersgrenze bis zur Rente geben wird. So wie es derzeit hinaus läuft, dürfen wir bis zum Tode arbeiten... :kotzen:
"Nur wer fragt, weis am Ende bescheid"

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Re: Rente mit 69

Ungelesener Beitrag von Blacky » Mi 8. Mai 2013, 08:07

Wir können doch schon mit 50 nicht mehr arbeiten.

Entweder ist man krank oder man bekommt keine Arbeit weil man zu alt ist.

Rente mit 60 damit die Jüngeren wenigstens arbeiten können wäre der bessere Ansatz.
MfG
Blacky

Erfolg steigt nur zu Kopf, wenn dort der erforderliche Hohlraum vorhanden ist.
(Manfred Hinrich)



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Re: Rente mit 69

Ungelesener Beitrag von Miko » Mi 8. Mai 2013, 08:30

Blacky hat geschrieben:Wir können doch schon mit 50 nicht mehr arbeiten.

Entweder ist man krank oder man bekommt keine Arbeit weil man zu alt ist.

Rente mit 60 damit die Jüngeren wenigstens arbeiten können wäre der bessere Ansatz.
Man bekommt keine Arbeit weil man krank ist.

Ein großes Unternehmen hier im Ort stellt gerade 50 Leute auf einen Schlag ein.
Ich habe sogar Beziehungen, dass meine Chance im Normalfall enorm groß wäre
eingestellt zu werden.
Das Unternehmen zahlt sogar gut.

KEINE CHANCE für mich. Ich könnte gerade wieder heulen....
Gruß
Miko

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Re: Rente mit 69

Ungelesener Beitrag von nowe3 » Mi 8. Mai 2013, 08:59

Miko hat geschrieben:
Blacky hat geschrieben:Wir können doch schon mit 50 nicht mehr arbeiten.

Entweder ist man krank oder man bekommt keine Arbeit weil man zu alt ist.

Rente mit 60 damit die Jüngeren wenigstens arbeiten können wäre der bessere Ansatz.
Man bekommt keine Arbeit weil man krank ist.

Ein großes Unternehmen hier im Ort stellt gerade 50 Leute auf einen Schlag ein.
Ich habe sogar Beziehungen, dass meine Chance im Normalfall enorm groß wäre
eingestellt zu werden.
Das Unternehmen zahlt sogar gut.

KEINE CHANCE für mich. Ich könnte gerade wieder heulen....
JA -das ist leider die Realität.

P.S.: Deutschland hat 2012 den größten Zuwachs von Einwanderern aller Zeit - worwiegend aus den Euro-Kriesenländern. Es sind "gesunde" Fachkräfte.
"Nur wer fragt, weis am Ende bescheid"

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Re: Rente mit 69

Ungelesener Beitrag von k@lle » Mi 8. Mai 2013, 11:35

Deutschland hat 2012 den größten Zuwachs von Einwanderern aller Zeit - worwiegend aus den Euro-Kriesenländern. Es sind "gesunde" Fachkräfte.
dazu mal was :lesen:

http://www.t-online.de/wirtschaft/jobs/ ... osten.html

....aber am besten sagt man dazu gar nichts bevor man dann gleich als Rassist/Nazi o.Ä.Tituliert wird...
Geduld bedeutet nicht, sich alles gefallen zu lassen.
Verständnis bedeutet nicht, alles zu billigen

(DalaiLama )

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