Depressionen

Mit denen es nicht mehr möglich ist vollschichtig bzw. überhaupt einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
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Amethyst
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Re: Depressionen

Ungelesener Beitrag von Amethyst » Fr 27. Mai 2011, 18:08

Hallo!

Die Körperhygiene war das, was ich selbst in schwersten Depressionen immer noch geschafft habe, ich wollte meine Selbstachtung nicht ganz verlieren. Auch wenn sonst gar nichts mehr ging, tgl. Duschen und Zähneputzen und saubere Kleidung anziehen habe ich mit enormer Kraftanstrengung noch irgendwie hinbekommen. Die Psychotherapeutin in der hiesigen Aktupsychiatrie sagte damals zu mir, ich sei immer top gepflegt und wenn sie es nicht besser wüsste, würde sie niemals denken, dass ich so schwer depressiv bin. Tja, im Aufrechterhalten meiner Fassade war ich schon immer gut... Gesund war das aber irgendwann nicht mehr.

@ Mäuschen:
Es kommt immer alles auf einmal... :troesten: :umarm: Alles Gute für Dich und Deine Mama!

@ aggi:
Aber trotzdem werden meine Schmerzen, die Probleme bei der Blasenentleerung und das Taubheitsgefühl im Intimbereich vom Neurochirurgen als psychisch abgetan - weil ich ja mal depressiv war
Das gleiche Problem hatte ich auch, habe es zu Teil auch jetzt noch. Aus der Psychoschublade kommt man niemals wieder raus, wenn man einmal drin ist. Ich bin psychisch nach wie vor nicht gesund, werde es auch nie mehr werden, aber man kann nicht alles darauf schieben, man kam ja schließlich "Läuse und Flöhe gleichzeitig" haben und die meisten meiner jetzigen körperlichen, neurologischen und kognitiven Problem hatte ich bei früheren depressiven Episoden nie, erst seit der Borrelioseinfektion.

Ich weiß nicht mehr, ob ich das Dich schon mal gefragt habe :Gruebeln: Bild , aber ist bei Dir auch mal an Borreliose gedacht worden?
Eine der ersten Fragen, die mein Borreliose-Doc mir beim Anamnesetermin gestellt hat, war, ob ich Blasenprobleme hätte. Die musste ich bejahen. Auch die anderen Sachen, die Du beschreibst, könnten passen. Das Chaos auf dem Schreibtisch, Kribbeln, Taubheitsgefühle in irgendwelchen Körperteilen... Es ist auch typisch, dass diverse technische und Labor-Untersuchungen ergebnislos sind, man findet nichts objektiv nachweisbares beim Patienten.

Liebe Grüße

Annette
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. (Bertolt Brecht)

Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht (Bertolt Brecht)

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lottekind
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Re: Depressionen

Ungelesener Beitrag von lottekind » Fr 27. Mai 2011, 19:35

Möchte hier mal Infos zu Depressionen bringen, dieser Thread stammt von mir

Man bezeichnet Depressionen oft als Volkskrankheit,
Auch Prominete waren in letzter Zeit oft im TV zu sehen,
die an Depressionen leiden.

Depressionen ist eine ernst zu nehmende Krankheit. Sie kann
soweit führen, das der Patient nicht mehr in der Lage ist
aus dem Bett aufzusteigen, sich zu waschen und anzuziehen,
oder seinen Haushalt zu versorgen. Diese Patienten verkriechen
sich im Haus und lehnen jeden sozialen Kontakt zur Umwelt ab.
Selbst für Freunde ist es schwer an die Person heran zu
kommen.
Starke Schmerzen können auch Depressionen verursachen.
Es hilft mir keiner, es wird nicht besser ist die Denkweise
der Patienten. Es ist wichtig das sie aus ihrer Isolation heraus
kommen. Hier ist professionelle Hilfe angesagt. Eine
Therpie ist notwendig, im schlimmsten Fall eine stationäre
Behandlung. Wichtig ist das der Patient auch einsieht und
einwilligt, das er Hilfe braucht.
Im schlimmsten Fall, können Depressionen zum Selbstmord führen.
Eine gute medikametöse Einstellung mit Antidepressiva
kann hilfreich sein.
Also bei Anzeichen einer Depression bitte den Arzt aufsuchen.

Klinische Anzeichen einer Depression

Antrieblosigkeit
Schlaflosigkeit
Born out syndrom
Schmerzen
Reizüberflutung
Hilflosigkeit u.a.

ich hoffe ich kann hiermit ein wenig helfen.
Da ich mich hiermit lange befasst habe, stehe ich auch gerne für Fragen zur Verfügung.

Liebe Grüße lottekind :Hund: :respekt:
Kein Problem ist so groß, dass man es nicht ändern kann

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Re: Depressionen

Ungelesener Beitrag von aggi61 » Fr 27. Mai 2011, 20:14

Hallo Anette
Ich weiß nicht mehr, ob ich das Dich schon mal gefragt habe :Gruebeln: Bild , aber ist bei Dir auch mal an Borreliose gedacht worden?
Nein, ich bin - glaub ich - eine der wenigen, die du noch nicht gefragt hast :lachen:

Ich bin vor zig Jahren (glaube es sind gut über 20 Jahre her) mal in Bad Abbach gewesen, da ich seit Jahren Schwierigkeiten hatte (und habe) mit den Fingergelenken.

Die fühlen sich oft steif und geschwollen an, ohne dass man äußerlich etwas davon sieht.

Damals wurde mal was untersucht auf Rheuma und Borrelien aber es war alles negativ.

Kann mich aber auch nur an einen einzigen Zeckenbiß erinnern, den ich je hatte (ausgerechnet den Nabel hatte sich das Biest ausgesucht :ic_down: )

Mein HA gab mir den Rat, zum Neuro zu gehen, um so schöne Dinge wie MS une Ähnliches auszuschließen, aber da ich aktuell keine Fahrmöglichkeit habe ist das hinkommen dahin jedesmal eine halbe Weltreise, die ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen müsste.

Von einer Liquorentnahme mal abgesehen, vor der es mir ehrlich gesagt gruselt :Hilfe:


LG Gabi
:umarm: Gabi

Geduld ist, nur langsam wahnsinnig zu werden!

Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem :)

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Re: Depressionen

Ungelesener Beitrag von angel » Sa 28. Mai 2011, 07:52

Hallo Mäuschen, :umarm:
ja manchmal kommt dann wieder alles auf einmal....
das nichts machen können und wollen...alles ist zuviel, sogar das Waschen...das kenne ich auch gut.
Jedes und alles hat eine immense Überwindung gekostet....

Es tut mir leid, dass es Deiner Mam so schlecht geht.
Aber vielleicht erholt sie sich jetzt nach der OP nochmal...
der Übeltäter ist ja entfernt und die hormonelle Situation wird wieder normaler.

Der Gedanke an den Verlust eines Elternteils wiegt immer schwer....
man möchte seine Lieben natürlich solange wie irgendmöglich um sich haben.
Aber versuche sie nicht zu halten, wenn sie Sehnsucht nach ihrem geliebten Mann hat...
Wir Lebenden sind da immer sehr selbstsüchtig... manchmal ist das Gehen auch eine
Erlösung für den Betroffenen. Wir können ja nicht in sie reinschauen....
Nur für die Bleibenden wiegt der Verlust umso schwerer....

Ich hoffe, dass Deinen Mutti bald wieder wohlauf ist und Kraft zum Leben hat!
Ich persönlich knabbere auch heute noch 14 Jahre nach dem Tod meiner Mutter daran....sie war damals 63.
andererseits wünschten wir ,dass meine Schwimu mit ihren 94 und einem Alzheimer endlich gehen dürfte...
was für ein Dilemma!
Liebe Grüße... AngelBild

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Re: Depressionen

Ungelesener Beitrag von Johanna » Sa 28. Mai 2011, 08:41

Hallo Mäuschen,

Ich drücke die Daumen das es Deiner Mam bald besser geht.
Aber ich weiß auch das Angel recht hat wenn sie sagt das es zwar für uns, die wir zurückbleiben sehr schmerzhaft ist einen geliebten Menschen zu verlieren, aber für die, die gehen ist es oft eine Erlösung. Meine Mutti ist vor zwei Jahren gegangen und ich weiß das sie es herbeigesehnt hat. Ich aber kann es heute noch nicht verkraften.
Alles Gute
Johanna

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Re: Depressionen

Ungelesener Beitrag von lottekind » Mo 30. Mai 2011, 09:59

Depressionen Symptome

Die Krankheit Depression ist charakterisiert durch Stimmungseinengung (Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer; Verlust der affektiven Resonanz, d. h. der Patient ist durch Zuspruch nicht aufhellbar), Antriebshemmung, mit oder ohne Unruhe, Denkhemmung, Schlafstörungen. Diese Schlafstörungen sind Ausdruck eines gestörten 24-Stundenrhythmus. Häufig geht es dem Kranken in den frühen Morgenstunden so schlecht, dass er nicht mehr weiter schlafen kann. Liegt diese Form des gestörten chronobiologischen Rhythmus vor, fühlt sich der Patient am späten Nachmittag und Abend jeweils besser, bis dann einige Stunden nach Mitternacht die depressive Symptomatik in voller Stärke wieder einsetzt. Weitere Symptome können sein: übertriebene Sorge um die Zukunft, unter Umständen überbetonte Beunruhigung durch Bagatellstörungen im Bereich des eigenen Körpers (siehe Hypochondrie), das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Minderwertigkeit, Hilflosigkeit, sowie soziale Selbstisolation, Selbstentwertung und übersteigerte Schuldgefühle, dazu Müdigkeit, verringerte Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit, das Denken ist verlangsamt (Denkhemmung), sinnloses Gedankenkreisen (Grübelzwang), dazu Störungen des Zeitempfindens. Häufig bestehen Reizbarkeit und Ängstlichkeit. Negative Gedanken und Eindrücke werden über- und positive Aspekte nicht adäquat bewertet. Das Gefühlsleben ist eingeengt, was zum Verlust des Interesses an der Umwelt führen kann. Auch kann sich das sexuelle Interesse vermindern oder erlöschen (Libidoverlust). Bei einer schweren depressiven Episode kann der Erkrankte in seinem Antrieb so gehemmt sein, dass er nicht mehr einfachste Tätigkeiten, wie Körperpflege, Einkaufen oder Abwaschen verrichten kann. Der Schlaf ist nicht erholsam, das morgendliche Aufstehen bereitet Probleme (Morgentief; Tagesschwankungen). Bei einer seltenen Krankheitsvariante verhält es sich umgekehrt: Es tritt ein sogenanntes „Abendtief“ auf, d. h. die Symptome verstärken sich gegen Abend und das Einschlafen ist erschwert oder erst gegen Morgen möglich.

Depressive Erkrankungen gehen mit körperlichen Symptomen einher, sogenannten Vitalstörungen, wie Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme („Kummerspeck“), häufig auch mit Schmerzen in ganz unterschiedlichen Körperregionen, am typischsten mit einem quälenden Druckgefühl auf der Brust.

Während einer depressiven Episode ist die Infektionsanfälligkeit erhöht.

Je nach Schwere einer Depression kann sie mit latenter oder akuter Suizidalität einhergehen. Es wird vermutet, dass ein großer Teil der jährlich circa 9.500 Suizide in Deutschland auf Depressionen zurückzuführen ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Depression

LG lottekind
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Re: Depressionen

Ungelesener Beitrag von Miko » Mo 30. Mai 2011, 11:28

PASST ALLES

Insofern müsste ich den Gutachter anzeigen, wenn er schreibt ich sei nur zu faul zum arbeiten.

Wochen und Monate NACH ERHALT des Gutachtens, war meine Suizidgefahr um ein VIELFACHES erhöht.

Und wenn die Anzeige nicht fruchtet, dann bleibt die Lust dem Typen mal ein paar Ohrfeigen zu verpassen.
Der weiß scheinbar gar nicht was er anrichtet mit solchen Fehldiagnosen.
Gruß
Miko

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Re: Depressionen

Ungelesener Beitrag von mutschekuh » Mo 30. Mai 2011, 16:24

miko...das wissen die wenigsten in solchen einrichtungen...obwohl sie ja eigentlich spezialisten sind...

in der reha die therapeutin meinte nur als ich meine selbstmordgedanken geäußert habe...muss ich mir jetzt sorgen machen...ich dann...nein...sie...na dann ist gut...

ich bin nur froh das ich so super mitpatienten hatte...

wir fahren im dunkeln los und verhauen deinen GA...ich halte fest und du haust... :Yeah:

hallo mäuschen...ich hoffe deiner mama geht es bald besser...
LG Mutsche

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Re: Depressionen

Ungelesener Beitrag von lottekind » Mo 30. Mai 2011, 16:57

Hallo Mirko

kann man das Gutachten nicht anfechten :lesen:


Hallo mutschekuh,

ich hoffe das du soche Gedanken nicht mehr hast.


Umarme euch Beide lottekind :umarm: :umarm: lottekind
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Re: Depressionen

Ungelesener Beitrag von mutschekuh » Mo 30. Mai 2011, 17:09

hallo lotte...danke für die umarmung...tut gut... :Bussi:
LG Mutsche

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